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LandZEIT Mai 2015

lEni KirSChEnhofErS WElT Mei, wie schön, jetzt ist wieder Spar- gelzeit. Endlich muss man nicht mehr auf die weißen Stangen schauen, die der griechische Nocheuropäer uns in den Supermärkten hinterherschleudert. Denn nun geht′s in der Region so emsig zu wie in einem Ameisenhaufen. Die Felder sind wieder voll mit fleißigen Fremd- arbeitern, die das Asparagus-Gewächs für uns aus dem Boden holen und die Regale biegen sich von der Last der Spargelkilos. Aber davor mussten natürlich die Spar- gelbauern selbst fleißig sein und ihr Gmias hegen und pflegen. Das geht am besten mit einem Spargelmasseur, der täglich zum Streicheln der weißen Stangen kommt. Denn ein bissl verwöhnt werden wollen sie natürlich schon, diese Diven. Und Wärme brauchen sie auch. Also noch schnell die Sonne putzen, damit ja kein Stäubchen die Strahlung Richtung Bifang trübt und sich das Zeug prächtig entwickeln kann. Und wenn dann endlich geerntet wer- den kann, freuen sich alle: Der Bauer, weil die Kasse klingelt, die polnischen Feldarbeiter, weil sie ein bissl was nach Haus schicken können, die Spargelköni- gin, weil sie mit anderen Königinnen um die Wette strahlen kann, und die Leit′ landauf, landab, weil sie nun wieder ordentlich spargeln können und nicht mehr fremdspargeln müssen. Dann gibt′s Spargel zum Frühstück, zum Mittages- sen und zum Abendbrot. Spargeltoast, Spargel mit Schinken, Spargel mit Fisch, Spargel mit Erdbeeren, Spargel mit Nu- tella – hä? Naja, des wohl ned. Aber manches Mal ist schon die Kreativität der Köchin gefragt, wenn der Speise- plan nicht zu einseitig ausfallen soll. Schließlich muss die kurze Spargelzeit sinnvoll mit Spargel gefüllt werden. Denn am Johanni is′ ja schon wieder Schluss. Der Spargel geht in den Schön- heitsschlaf. Wie gesagt, wenns ein gutes Spargel- jahr wird, freuen sich zwar alle, dann spielen aber auch alle etwas verrückt. Wenns aber ein schlechtes Spargeljahr wird, dann kommt Frau Ministerin vorbei und lobt vollmundig und aus tiefs- tem Herzen den guten Geschmack des Schrobenhausener Spargels – obwohl sie mitten in Abensberg steht. Wenns ein schlechtes Jahr ist, hilft es dem Spargel auch nix, enger unter dem schwarzen Mäntelchen zusammenzurücken, um zu wachsen, denn dann ist es einfach zu kalt. Da hilft kein Masterplan der Welt, kein Ufo, kein Obama, kein Ret- tungsschirm. Und am Ende ist nix von der Ernte übrig oder zumindest nicht so viel, wie sich das manch ein Land- wirt wünschen würd′. Dann gibt es für die polnischen Feldarbeiter nix zu tun. Dafür freuen sich die Griechen, weil ihr Spargel wieder begehrt ist – egal, ob in Abensberg, Aschaffenburg, Zirndorf oder Schrobenhausen. 32 regiert die Region „Konig Spargel

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