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LandZEIT Mai 2015

30 B lumen und Gemüse sollten erst nach den Eisheiligen ins Freie gesetzt werden. Nach dieser überlieferten Regel handeln viele passionierte Hobbygärtner.Andere möchten den Blumenschmuck schon früher genießen und werfen deshalb die alten Gesetzmäßigkeiten über Bord. Dann aber sollte die Wettervorhersage genau beachtet wer- den, denn wenn sich die Eisheiligen ankündigen, sollten die Pflanzen vor den letzten Spätfrösten geschützt werden. Die fünf Eisheiligen Allerhand uralte Bauernregeln thematisieren die fünf Eis- heiligen, deren Gedenktage einst von 11. bis 15. Mai festge- legt wurden. Die Eisheiligen waren allesamt Bischöfe und Märtyrer im 4. und 5. Jahrhundert. Der erste im Bunde ist Mamertus, einst katholischer Bischof, am 11. Mai, der je- doch nur in Norddeutschland bekannt ist. In Süddeutsch- land eröffnet den Reigen am 12. Mai der frühchristliche Märtyrer Pankratius. Die eintägige Verspätung beruht auf der Zeit, die die kalten Luftmassen benötigen, um von Nor- den nach Süden zu wandern. Am 13. Mai folgt der Tag von Servatius, Bischof des belgischen Bistums Tongeren, und am 14. Mai hat der einstige Märtyrer Bonifatius aus Rom einen festen Platz im Kalender. Den uralten Bauernregeln zufolge sorgen sie alle noch einmal für kurze Kältepe- rioden mit teils frostigen Temperaturen. So lautet eine Bauernregel: „Pankraz, Servaz und Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.“ Die letzte im Bunde ist schließlich die Kalte Sophie am 15. Mai. Erst nach ihr ist mit einem konstanten Frühlingswetter zu rechnen: „Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie dann vorüber ist.“ Sophie war frühchristliche Märtyrerin und Mutter dreier geweihter Jungfrauen, stammte aus Rom und wurde ebenfalls wegen ihres Glaubens hingerichtet. Wetterbeobachtungen in der jüngsten Vergangenheit be- weisen jedoch, dass die Kälteperioden oft schon früher eingetreten sind. Man vermutet, dass dies auch mit der globalen Erwärmung zu tun habe. Deshalb sollte man sich zwar stets an aktuellen Wettervorhersagen orientieren, aber die Eisheiligen trotzdem im Blick haben. Empfind- liches Gemüse wie Zucchini, Bohnen oder Gurken sollten deshalb erst nach den „gestrengen Herren“ ins Beet ge- setzt werden. Auch die Bepflanzung von Balkonkästen mit Frühjahrs- und Sommerblüher sowie typische Kübelpflan- zen wie Margeriten, Enzianbäumchen oder Wandelröschen sind frostempfindlich. Wer nicht bis nach den Eisheiligen warten möchte, muss vorbereitet sein. Bei drohendem Frost können die Pflanzen mit Kokosmatten oder Folien geschützt werden. Steigen die Temperaturen, sollte aller- dings der Schutz sofort wieder entfernt werden. Schafskälte Kaum sind die Eisheiligen überstanden, droht schon der nächste Kälteeinbruch: die Schafskälte. Um den 11. Juni Von Eisheiligen und Überlieferung Wie uralte Bauernregeln mit bestimmten Wetterphänomenen zusammenhängen Siebenschlafern

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