Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

LandZEIT Mai 2015

28 D ie schwere Holztür mit Glas lässt sich mit ein wenig Schwung öffnen. Drinnen strömt einem ein ange- nehmer Duft aus Lavendel, Orange und einer Prise orien- talischer Gewürze entgegen. Das mag vielleicht am Weih- rauch liegen. Gerade kauft ein Heilpraktiker Räucherwerk für seine Praxis ein. „Das hat ja auch etwas mit Reinigung zu tun“, erklärt Caroline Jäger, Geschäftsführerin in vierter Generation. Das Bürstenfachgeschäft Ernst mit eigener Manufaktur in der Regensburger Glockengasse existiert bereits seit über 120 Jahren und trotzt nach wie vor der Industrialisierung. Echte handarbeit mit liebe zum Detail Zu den handgefertigten Besen, Staubwedeln, Bürsten und Pinseln für jeden Anlass und Bedarf hat das Familien- und Traditionsgeschäft sein Warensortiment um Putz- und Reinigungsbedarf sowie besondere Kosmetikprodukte erweitert. Neben feinen Leinentüchern, Olivenbrettchen und Fußmatten verströmen handgefertigte Seifen ihren Duft. Eine weitere Kundin kauft drei Seifen mit Kordeln und beteuert: „Die hatte schon meine Großmutter und sie erin- nern mich an die gute alte Zeit.“ Eine solche hat auch das Fachgeschäft Bürsten Ernst erlebt. „Früher hatten wir viele Angestellte und Auszubildende. Doch mit der Industrialisierung ist vieles weggebrochen. Manche wollen für echte Handarbeit kein Geld mehr aus- geben“, sagt Waltraud Ernst, die Geschäftsinhaberin und Mutter von Caroline Jäger. Dabei streift sie über einen Be- sen, den sie mit eigenen Händen aus Ziegenhaar gefertigt hat. Jedes einzelne Büschel hat sie in die vorgestanzten Löcher gedreht und mit Kupferdraht fixiert. So eine inten- sive Arbeit kann mehrere Stunden dauern. Danach wird der Rohling vorsichtig mit Bienenwachs eingelassen und die Haare werden sorgfältig ausgekämmt und gestutzt. „Dafür hält der Besen dann auch ein Leben lang“, versi- chert Waltraud Ernst. Auf das restaurieren von Silber spezialisiert In der Werkstatt, die sich im hinteren Bereich des Ge- schäfts verbirgt, stammt fast noch alles originalgetreu vom Großvater, beispielsweise die Werkbank und viele der Werkzeuge, die Mutter und Tochter für die tägliche Arbeit benutzen. Gemeinsam stehen sie jeden Tag im Familien- betrieb – auch, um altes Silber aufwendig zu restaurieren. Für diese behutsame Arbeit haben sich die beiden ein fun- diertes Wissen angeeignet und eine ganz eigene Methode entwickelt, um die Liebhaberstücke wieder auf Hochglanz zu polieren. „Die Stunden darf man dabei nicht zählen“, sagt Caroline Jäger, „aber es macht uns sehr viel Spaß.“ Dass sie oft tagelang an nur einem einzigen Teil arbeiten, erwähnt sie eher beiläufig. Nostalgie MEhr AlS nur TrADiTionShAnDWErK Bürsten Ernst verbindet Tradition und Moderne – und bleibt dabei dem Handwerk treu. Beinahe wie aus einer anderen Zeit entsprungen wirkt das Bürsten-, Pinsel- und Besensortiment von Bürsten Ernst.

Seitenübersicht