Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

LandZEIT Mai 2015

26 W as lange währt wird gut. Was besonders lange währt, gelingt besonders gut? Wolfgang und Anja Schick wollten es wohl genau wissen und haben ihrem Haus in der Hersbrucker Innenstadt vom Kauf bis zur Ein- zugsparty ganze 20 Jahre gewidmet. Dass das Gebäude in der Turngasse seine neuen Eigentümer so lange auf Trab halten würde, war bei der ersten Besichtigung 1994 nicht absehbar gewesen. Das Ehepaar war auf der Suche nach einem zentral gelegenen Gebäude, in dem sich Büro- und Wohnräume für die Familie gut integrieren ließen. Jeder Balken ist ein Stück geschichte „Wenn wir damals eine Ahnung gehabt hätten – wir hätten das Hausprojekt wohl nicht begonnen“, sagt das Paar heu- te. Es ist aber zugleich stolz darauf, nicht aufgegeben zu haben. Jahr für Jahr wurden sehr viel Zeit, Kraft und Geld in die Immobilie gesteckt, die immer neue Überraschun- gen barg – aber auch Entdeckungen. „Ich fand alte Häuser schon immer schön, sie haben eine besondere Energie“, sagt Anja Schick. Ihr hatten es von Beginn an vor allem die Gewölbe in Keller und Erdgeschoss des Hauses angetan, darin habe sie sich wohl etwas verliebt. Liebe hat das Haus tatsächlich bekommen. „Wir haben uns über jeden alten Balken gefreut“, gesteht Wolfgang Schick. Jedes Detail, das an die Geschichte des wahrscheinlich am Anfang des 15. Jahrhunderts erbauten Wohnhauses erinnert, wurde Stück für Stück liebevoll restauriert, so zum Beispiel eine alte Backofentür. Dicke Eichenbalken wurden an Wänden und in einer Decke freigelegt. Eine unverputzte Wand aus Natursteinen in der Küche und ein Kreuzgewölbe über einer Küchenzeile lassen erahnen, wie hier einst Mensch und Tier gemeinsam unter einem Dach zusammenlebten. „Wir mussten leider sehr viel entfernen, haben uns aber bemüht, alte Raumaufteilungen und Mauern zu erhalten“, erzählt der Malermeister am langen Küchentisch, hinter ihm das rustikale Ambiente einer unverputzten Kalkstein- wand. fotos erinnern an die mühevolle Kleinarbeit Hier in der großen Küche wurde in den letzten Wochen viel gefeiert. „Wir haben jetzt endlich mehr Zeit für unsere Freunde, die wir in den letzten Jahren zu wenig gesehen hatten“, so das Paar, das nun das Gefühl hat, durchatmen zu können und angekommen zu sein. Am Tisch ist auch Zeit, sich die Fotos des Hauses anzuschauen, das außen wie innen zu einem Schmuckstück geworden ist. Bilder zeigen, wie mühsam es war, sage und schreibe insgesamt 400 Tonnen Schutt mit Eimern und per Schubkarre ab- zutransportieren. Alle Leitungen wurden neu verlegt, die Wie Familie Schick alten Gemäuern neues Leben einhauchte. CharmeDEr VErgAngEnEr TAgE WohnEn Anja und Wolfgang Schick haben 20 Jahre in die Sanierung eines Hers- brucker Altstadthauses investiert. „Ich fand alte Häuser schon immer schön, sie haben eine besondere Energie“, schwärmt Anja Schick. Beson- ders verliebt hat sie sich in die Gewölbe in Keller und Erdgeschoss.

Seitenübersicht