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LandZEIT Mai 2015

12 D em Bauerngarten haften viele Vorstellungen an: die Buchsbaumhecke, das Blumenrondell, die verwun- schene Idylle.All dies sei jedoch weit von der ursprünglichen Bedeutung entfernt, sagt die freiberufliche Historikerin Bet- tina Kraus, die ein Buch über die Geschichte der Oberpfäl- zer Bauerngärten geschrieben hat. Sehr anschaulich ist die Entwicklung solcher ländlicher Gärten für die Oberpfalz im Freilandmuseum Neusath-Perschen dargestellt, für das Kraus Gartenführungen anbietet. Frau Kraus, woher kommt der Begriff „Bauerngarten“ eigentlich? Der Begriff taucht ab Mitte des 19.Jahrhunderts, zur Zeit der Industrialisierung, verstärkt auf. Geprägt hat ihn die städtische, gebildete Schicht. Beobachter von außen, Reisende, Literaten oder Wissenschaftler, beschrieben „typische“ Gärten von Bauern. Sie wollten sie mitsamt der dazugehörigen Lebensweise und dem vorgefundenen Pflanzenbestand bewahren. Die Vorstellung vom „echten“ statischen Bauerngarten hatte bis weit ins 20.Jahrhundert hinein Bestand. Dabei war der bäuerliche Garten eine recht- liche und soziale Wirklichkeit, die immer Einflüssen von außen ausgesetzt war. Welche Bedeutung hatte so ein ländlicher Garten, bevor der Begriff des Bauerngartens auftauchte? Wann waren die Anfänge? Nutzgartenbau entstand mit der sesshaften Lebensweise der Menschen, in Mitteleuropa vor etwa 5.500 Jahren. Die Grundnahrungsmittel wurden mit dem Feldbau erwirtschaf- tet. Im Garten wurden Gemüse und Kräuter oder Pflanzen angebaut, die zu medizinischen und kultischen Zwecken benötigt wurden. Sie erhielten speziellen Schutz durch den Der kulturelle Wandel des Bauerngartens inTErViEW Idylle VOM NUTZGARTEN ZUR WILDROMANTISCHEN Stockrose Schnittlauch Stachelbeere

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